Erasmus-Projekt „Stärkung der Leitungskompetenz im Umgang mit aktuellen Entwicklungen“

Erasmusgefoerdert RbgVon August 2018 bis Juli 2021 wurde im Rahmen des Programms Erasmus+ Schulbildung, Leitaktion 1, das Mobilitätsprojekt „Stärkung der Leitungskompetenz im Umgang mit aktuellen Entwicklungen“ durchgeführt. Es handelte sich hierbei um ein Konsortialprojekt unter Leitung des IFP, an dem die im Praxisbeirat vertretenen Kindertageseinrichtungen beteiligt waren.

Ka1 Weiss 2021 1600x1000Aufbauend auf diesem Projekt wird von Oktober 2020 bis September 2023 ein weiteres Konsortialprojekt unter der Leitung des IFP durchgeführt. Hierfür konnte der Kreis der beteiligten Kindertageseinrichtungen und somit Vielfalt und Verbreitungsmöglichkeiten erweitert werden.

Beide Projekte wurden bzw. werden aus Mitteln der Europäischen Union gefördert.

Ziel des gesamten Projekts ist es, zu aktuellen Herausforderungen Anregungen auch aus dem europäischen Ausland zu erhalten, insbesondere aus Ländern, die in bestimmten Bereichen eine Vorreiterrolle innehaben. Hierdurch soll der themenspezifische Austausch intensiviert werden und die Ergebnisse sollen sowohl in die Multiplikatorentätigkeit der Mitglieder des Praxisbeirats als auch in die Arbeit des IFP einfließen.

Im Fokus des Projekts steht, sowohl inhaltlich-konzeptionelle Anregungen zu aktuellen Herausforderungen „Was wird gemacht?“ zu erhalten, als auch die Leitungskompetenz in Bezug auf die Umsetzungsprozesse von Veränderungen zu stärken, also der Frage „Wie wird es gemacht?“ nachzugehen. Die einzelnen Fortbildungsreisen haben unterschiedliche fachliche Schwerpunkte, mit denen sich der Praxisbeirat bereits eingehend beschäftigt hat. Es werden sowohl einschlägige Fortbildungskurse besucht als auch Hospitationen in Kindertageseinrichtungen durchgeführt. Alle Maßnahmen werden intensiv vorbereitet und begleitet. Die Ziele und Leitfragen werden mit den aufnehmenden Einrichtungen vorab vereinbart. Die Lernergebnisse werden dokumentiert und ausgewertet und fließen in die pädagogische Arbeit der Kindertageseinrichtungen ein. Bei der Evaluation spielen sowohl die Erarbeitung eines gemeinsamen Verständnisses als auch die Transfermöglichkeiten eine wichtige Rolle. Durch unterschiedliche Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit werden die Ergebnisse einer breiteren Zielgruppe zugänglich gemacht.

Schwerpunkte 2018 -2021: Digitalisierung, Partizipation, Inklusion, Interkulturelle Bildung und Leitung

Aufgrund der Pandemie konnte das Projekt um ein Jahr verlängert werden und anstelle der geplanten drei Fortbildungsreisen wurden vier Fortbildungsreisen mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten durchgeführt, mit denen sich der Praxisbeirat bereits eingehend beschäftigt hat.

Digitalisierung – Estland

Die Reise nach Estland fand vom 25.-29. März 2019 mit insgesamt 16 Personen aus dem Praxisbeirat und dem IFP statt. Das fünftägige Programm setzte sich aus zwei Tagen Fortbildungskurs zu Konzepten der Digitalisierung an der Universität Tallin sowie drei Tagen Hospitationen in Kindertageseinrichtungen in Tallinn zusammen. Hierfür wurden Leitfragen erarbeitet und an die aufnehmenden Einrichtungen kommuniziert. Besucht wurden insgesamt fünf Kindertageseinrichtungen, die ein breites Spektrum abgedeckt haben. Die Organisation der Einrichtungsbesuche wurde dankenswerterweise vom Bildungsbüro der Stadt Tallinn unterstützt. Den Abschluss bildete ein Vortrag im Estonian Showroom, in dem die Digitalisierung in Estland vorgestellt wurde. Die Lernergebnisse wurden in Form eines digitalen Lerntagebuchs festgehalten, zudem fand ein Evaluationstreffen mit allen Beteiligten statt. Ein ausführlicher Bericht findet sich im IFP-Infodienst 2019.

Partizipation und Inklusion – Schweden

Die Fortbildungsreise nach Schweden fand vom 21.-23.10.2019 statt. Im Zentrum stand das Thema Partizipation. Nach einer fachlichen Einführung durch Mitarbeiter/innen des IFP konnten wir in drei unterschiedlichen Kitas in Stockholm und Umgebung hospitieren und uns mit den Leitungen und weiteren Fachkräften austauschen. Flankiert wurden die Hospitationen von Gesprächen mit der Leitung des Kindergartens und der Elternbeiratsvorsitzenden der Deutschen Schule Stockholm, wodurch wir viele weitere Eindrücke, z. B. in die schwedische Gesellschaft, gewinnen konnten, sowie einer Koordinatorin und Fachaufsicht von Kindertageseinrichtungen der Stadt Stockholm. Auch diese Reise wurde durch die Erarbeitung von Leitfragen vorbereitet, dokumentiert und im Rahmen eines Evaluationstreffens ausgewertet. Ein Bericht über die Erfahrungen und Lernergebnisse findet sich im IFP-Infodienst 2020.

Interkulturalität und Leitungsfunktion – Irland

Ursprünglich war für Frühjahr 2020 eine Reise nach Irland mit drei Tagen mit drei Tagen Hospitationen in irischen Kitas sowie einem Kurs zur Rolle der Leitung in Veränderungsprozessen einschließlich einer abschließenden Reflexion der Möglichkeiten der Umsetzung der neu gewonnenen Anregungen geplant. Aufgrund der Pandemie musste diese Mobilität kurzfristig abgesagt bzw. verschoben werden. Als im Mai 2021 absehbar war, dass wieder Kindertageseinrichtungen offen und Reisen ohne große Beschränkungen möglich sind, wurden die Planungen wieder aufgenommen, um das Projekt zu einem guten Abschluss zu bringen. Aufgrund der Rahmenbedingungen mussten aber entsprechende Umplanungen stattfinden, es erfolgte eine Aufteilung auf zwei kürzere Mobilitäten mit geringerer Teilnehmerzahl.

Interkulturelle Bildung und Inklusion – Italien

Vom 22.-24.06.2021 konnte die siebenköpfige Reisegruppe drei Tage in drei verschiedenen Kitas in Bergamo hospitieren, wobei wir uns in Zweier- und eine Dreiergruppe aufgeteilt hatten, so dass alle Teilnehmerinnen in jeder der drei Einrichtungen hospitieren konnten. Im Zentrum unseres Interesses standen die Interkulturelle Bildung sowie Inklusion. Ergänzt wurden die Hospitationen durch Online-Vorträge von Kolleginnen der Universität Bergamo. Die Organisation der Einrichtungsbesuche wurde dankenswerterweise ebenso von einer Kollegin der Universität Bergamo übernommen. Eine weitere Kooperation mit den bergamesischen Kolleginnen und Kollegen ist geplant. Eine ausführliche Beschreibung findet  sich im IFP-Infodienst 2021

Leitung – Spanien

Zu guter Letzt konnte für fünf Teilnehmerinnen noch der geplante Kurs zum Thema Leitung umgesetzt werden. Hierzu waren wir vom 06.-08.07.2021 in Barcelona an der Autonomen Universität. Neben dem Kennenlernen des spanischen Kita-Systems und der Rolle der Leitungen in Spanien stand v. a. die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leitungsstil sowie die Weiterentwicklung der Einrichtungen im Sinne Lernender Organisationen im Zentrum des Kurses. Auch hierzu gibt es nähere Informationen im IFP-Infodienst 2021.

 

Schwerpunkte 2020 – 2023: Nachhaltigkeit und Bildung für Demokratie – Leitungskompetenz stärken

Die inhaltlichen Schwerpunkte des Nachfolgeprojekts sind Demokratiebildung und Nachhaltigkeit.

Derzeit sind Dänemark und Niederlande als Zielländer geplant. Die Mobilitäten setzen sich wieder aus Hospitationen und strukturierten Fortbildungskursen zusammen. Die bewährten Instrumente der Vorbereitung, Durchführung, Ergebnissicherung und Nachbereitung werden beibehalten. 

 

Anmerkung: Die Unterstützung der Europäischen Kommission für die Erstellung dieser Veröffentlichung stellt keine Billigung des Inhalts dar, welcher nur die Ansichten der Verfasser wiedergibt, und die Kommission kann nicht für eine etwaige Verwendung der darin enthaltenen Informationen haftbar gemacht werden.

Staatsinstitut für Frühpädagogik

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